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Praktische Tipps zur Bestimmung der Größe von Kinderbekleidung ohne Etikett

Ein Kinderbekleidungsstück, das auf einem Flohmarkt gefunden wurde, eine Tüte mit Kleidung, die von der Cousine übergeben wurde, eine Hose, deren Etikett abgeschnitten wurde, weil es gekratzt hat: Wir alle haben Teile, die sich nicht auf einer Größentabelle zuordnen lassen…

Femme mesurant un petit pull enfant sans étiquette avec un mètre ruban sur une table en bois dans une cuisine familiale
5 Min. Lesezeit

Ein Kinderbekleidungsstück, das auf einem Flohmarkt gefunden wurde, eine Tüte mit Kleidung, die von der Cousine weitergegeben wurde, eine Hose, deren Etikett abgeschnitten wurde, weil es kratzte: Wir alle haben Teile, die sich nicht auf einem klassischen Größenleitfaden einordnen lassen. Der übliche Reflex, das Alter mit einer Tabelle online zu vergleichen, funktioniert einfach nicht ohne Markenreferenz. Hier sind konkrete Methoden, um die Größe eines Kinderbekleidungsstücks zu bestimmen, wenn das Etikett verschwunden ist.

Flach vergleichen mit einem Referenzstück

Die zuverlässigste Technik, wenn man weder Etikett noch identifizierbare Marke hat, ist der direkte Vergleich. Man nimmt ein Kleidungsstück, das dem Kind gerade gut passt, legt es flach auf eine harte Oberfläche und legt das unbekannte Stück darüber.

Drei Bereiche reichen aus, um zu entscheiden: Schulterbreite, Gesamtlänge und Brustweite. Wenn sich die beiden Teile in diesen drei Punkten um ein oder zwei Zentimeter überlappen, passt die Größe. Bei einer Hose vergleicht man die Innenbeinlänge und den Taillenumfang, Bund gegen Bund.

Diese Methode umgeht das zentrale Problem von Second-Hand-Kinderbekleidung: Es gibt keinen universellen Größenstandard zwischen den Marken. Ein “6 Jahre” bei einer Marke kann einem “8 Jahre” bei einer anderen entsprechen. Ohne Etikett weiß man nicht einmal, auf welchen Referenzrahmen man sich bezieht.

Das Referenzstück lügt nicht, da man gesehen hat, wie das Kind es getragen hat. Um die Größe eines Kinderbekleidungsstücks unter diesen Bedingungen zu bestimmen, ist dies der sicherste Ausgangspunkt.

Vater vergleicht eine Kinderhose mit einem gedruckten Größenleitfaden in einem Kinderzimmer, um die richtige Größe ohne Etikett zu bestimmen

Maßnahmen mit dem Maßband: die wichtigen Bezugspunkte

Wenn man kein Referenzstück zur Hand hat, geht man zu den Maßen des Kindes über. Es ist nicht nötig, zehn Maße wie für ein Schnittmuster zu nehmen. Für Konfektionskleidung genügen drei oder vier.

Nützliche Maße für ein Oberteil

  • Brustumfang: Maßband unter den Achseln, an der breitesten Stelle des Oberkörpers, ohne zu drücken. Dann vergleicht man mit der Breite des flach liegenden Kleidungsstücks, multipliziert mit zwei.
  • Länge Schulter-Saum: vom höchsten Punkt der Schulter bis zum unteren Ende des Kleidungsstücks. Man misst das Kind von der Schulter bis zur Hüfte für ein T-Shirt, von der Schulter bis zum Knie für ein Kleid.
  • Schulterbreite: Man misst das Kind von einem Ende der Schulter zum anderen und vergleicht dann mit dem flach liegenden Kleidungsstück. Wenn das Kleidungsstück mehr als zwei Zentimeter enger ist, wird es zu eng sein.

Nützliche Maße für eine Hose

  • Innenbeinlänge: von der Innenseite des Oberschenkels (am höchsten Punkt) bis zum Knöchel. Dies ist die Maßnahme, die bestimmt, ob die Hose auf dem Boden schleift oder bis zur Wade reicht.
  • Taillenumfang: Maßband auf Höhe des Bauchnabels, ohne zu drücken. Eine Kinderhose mit elastischem Bund verzeiht einige Zentimeter Abweichung, aber bei mehr als vier Zentimetern Unterschied ist der Komfort beeinträchtigt.

Tipp für Kinder, die nicht stillhalten: Man misst, während sie einen Bildschirm anschauen, oder man verwendet einen Faden, den man anschließend auf das Maßband überträgt. Der Faden liefert ein weniger genaues Ergebnis, ist aber für Konfektionskleidung ausreichend.

Kindergröße und Entsprechungen: Warum allgemeine Tabellen täuschen

Auf den meisten Websites findet man Tabellen zur Alters-Größen-Gewichts-Entsprechung. Sie sind nützlich, wenn man die Marke kennt. Ohne Etikett werden diese Tabellen irreführend, da man nicht weiß, auf welchen Referenzrahmen der Hersteller sich bezogen hat.

Die europäische Norm EN 13402 empfiehlt, die Größen von Kleidungsstücken anhand der Körpermaße (Brustumfang, Taillenumfang, Körpergröße in Zentimetern) zu kennzeichnen, anstatt willkürliche Größen zu verwenden. In der Praxis ist diese Norm jedoch nicht verpflichtend, und die Mehrheit der Kinderbekleidungsmarken gibt weiterhin ein Alter oder eine Hausgröße an.

Konkretes Ergebnis: Zwei scheinbar identische T-Shirts, die beide für ein sechsjähriges Kind vorgesehen sind, können mehrere Zentimeter Unterschied in Breite und Länge aufweisen. Einige Marken fallen systematisch größer aus, andere fallen schmaler aus. Man kann diesen Trend nicht erraten, ohne die Marke zu kennen.

Die einzige verlässliche Größe bleibt das physische Maß des Kleidungsstücks, in Bezug auf die Maße des Kindes. Eine Entsprechungstabelle dient nur als sekundäres Sicherheitsnetz, niemals als Hauptkriterium, wenn das Etikett fehlt.

Zwei Frauen bewerten die Größe eines Kinderkleides ohne Etikett auf einem Flohmarkt für Second-Hand-Kleidung im Freien im Herbst

Second-Hand-Kinderbekleidung: visuelle Anhaltspunkte und schnelle Sortiertipps

Auf einem Flohmarkt oder in einem Second-Hand-Laden hat man nicht immer ein Maßband in der Tasche. Einige visuelle Anhaltspunkte ermöglichen eine erste Sortierung ohne Werkzeug.

Für Oberteile faltet man das Kleidungsstück der Länge nach und hält es gegen den Oberkörper des Kindes, vom Hals nach unten. Wenn der untere Teil des Kleidungsstücks deutlich über den Bund hinausgeht, ist es zu groß. Wenn es über dem Bauchnabel endet, ist es zu klein.

Für Hosen verwendet man die Methode mit dem Bund um den Hals. Man wickelt den Bund der Hose (geschlossen) um den Hals des Kindes. Wenn sich die beiden Enden ohne Druck treffen, entspricht der Taillenumfang der Hose im Großen und Ganzen dem Taillenumfang des Kindes. Die Rückmeldungen variieren je nach Schnitt der Hose, aber es funktioniert gut bei Modellen mit elastischem Bund, die den Großteil der Kinderhosen ausmachen.

Für die Ärmel misst man vom Handgelenk des Kindes bis zur Mitte seines Nackens, den Arm horizontal ausgestreckt. Dann vergleicht man mit dem Ärmel des Kleidungsstücks, gemessen vom Handgelenk bis zur Mitte des Kragens. Wenn die beiden Längen nahe beieinander liegen, wird der Ärmel passen.

Letzter oft vernachlässigter Punkt: die Bewegungsfreiheit an Hüften und Oberschenkeln überprüfen, nicht nur die Taille und die Länge. Eine Hose kann im Taillenumfang korrekt erscheinen, aber an den Oberschenkeln blockieren, besonders bei sportlichen Kindern.

Das Kinderbekleidungsstück ohne Etikett ist kein Rätsel, das mit Tabellen gelöst werden muss, sondern ein physisches Objekt, das gemessen werden muss. Maßband, Referenzstück oder Methode mit dem Hals für eine schnelle Sortierung: Diese drei Ansätze decken nahezu alle Situationen ab, sei es in einem Second-Hand-Laden, in einer Tüte mit gespendeter Kleidung oder vor einem Stapel Wäsche, deren Etiketten schon lange abgerissen wurden.

Praktische Tipps zur Bestimmung der Größe von Kinderbekleidung ohne Etikett